Panthenol in der Hautpflege - Wirkung & Cremes

Inhaltlich geprüft
Kai Melchior
Kai Melchior
Dr. med. Antonia Dierks
Dr. med. Antonia Dierks
Panthenol in der Hautpflege - Wirkung & Cremes

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Panthenol existiert in zwei Formen. In kosmetischen Produkten wird vor allem Dexpanthenol verwendet, da es die Haut besser durchdringen kann.
  • Im Körper wird Dexpanthenol in Pantothensäure (Vitamin B5) umgewandelt, die ein wichtiger Bestandteil des Coenzyms A ist, welches in zahlreichen menschlichen Stoffwechselprozessen eine Schlüsselrolle spielt.
  • Panthenol ist für seine vielfältigen Eigenschaften in Hautpflegeprodukten bekannt: es fördert die Wundheilung, bindet Feuchtigkeit, hemmt Entzündungen, wirkt beruhigend und stärkt die Hautbarriere.
  • Panthenol wird seit fast 80 Jahren als Wirkstoff sicher und gut verträglich eingesetzt.


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Was genau ist Panthenol?

Panthenol bzw. Provitamin B5 ist die alkoholische Form der Pantothensäure (Vitamin B5). Die chemische Formel lautet: C9H19NO4.

Das Panthenol-Molekül existiert in zwei Varianten, die sich in ihren lichtbrechenden Eigenschaften unterscheiden:

  • D-Panthenol: Diese Variante dreht Licht nach rechts, was man auch als „rechtsdrehend“ bzw. im englischen „dextrorotatory“ bezeichnet. Daher wir diese Form auch Dexpanthenol genannt, wobei „dexter“ aus dem Lateinischen „rechts“ bedeutet. D-Panthenol ist biologisch aktiver und wird deshalb bevorzugt in Pflegeprodukten verwendet.
  • L-Panthenol: Diese Variante dreht Licht nach links, was als „linksdrehend“ bzw. im englischen „levorotatory„ bezeichnet wird. Da L-Panthenol vom Körper nicht in Pantothensäure umgewandelt werden kann, spielt es in kosmetischen und medizinischen Anwendungen eine untergeordnete Rolle.

Bei Raumtemperatur ist Panthenol eine klare, farblose und zähflüssige Substanz. Je nach Herstellungsverfahren kann es aber auch in Form eines weißen Pulvers vorliegen. Es hat keinen ausgeprägten Geruch und ist gut in Wasser und Alkohol löslich, jedoch schlecht in Fetten und Ölen.

Wie wird Panthenol hergestellt?

Für die Verwendung in kosmetischen und medizinischen Produkten wird Panthenol überwiegend synthetisch hergestellt, da dies weitaus effizienter und kostengünstiger ist, als es aus natürlichen Quellen zu gewinnen. Pantothensäure (Vitamin B5) steckt jedoch auch in einigen Nahrungsmitteln, z. B. in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen, Milchprodukten oder Eigelb.

Der Herstellungsprozess beginnt mit zwei Ausgangsstoffen:

D-Pantolacton, einem Vorläufermolekül der Pantothensäure, und Isobutyraldehyd. Wenn diese beiden Substanzen zusammengeführt werden, spaltet sich zunächst Wasser ab.

Anschließend wird Wasserstoff hinzugefügt, wodurch D-Pantothensäure entsteht. In einem weiteren Schritt wird diese Säure chemisch „reduziert“, indem die Säuregruppen (-COOH) in Alkoholgruppen (-OH) umgewandelt werden. So entsteht D-Panthenol. Das fertige Panthenol wird schließlich gereinigt und veredelt und kann in verschiedenen Formen – als Gel, Flüssigkeit oder Pulver – in kosmetischen oder medizinischen Produkten eingesetzt werden.

Wie unterstützt Panthenol die Hautpflege?

Panthenol dringt sehr leicht in die Haut ein und wird dort in Pantothensäure umgewandelt. Pantothensäure ist ein Bestandteil des Coenzyms A eine Schlüsselrolle im Stoffwechsel der Hautzellen spielt.

  • Energie: Pantothensäure ist unerlässlich für die Energieproduktion in den Hautzellen. Nur mit ausreichend Energie kann die Zellproliferation (Wachstum bzw. Vermehrung von Zellen) stattfinden – ein lebenswichtiger Prozess, der die Erneuerung und Reparatur von Gewebe ermöglicht.
  • Kollagen: Pantothensäure trägt zur Bildung von Kollagen bei, einem Hauptbestandteil der Haut, der für Stabilität und Struktur sorgt. Kollagen macht die Haut nicht nur fest, sondern verleiht ihr gleichzeitig Elastizität. Zudem fördert es die Wundkontraktion, bei der sich die Wundränder zusammenziehen und die Heilung damit beschleunigen.
  • Hautbarriere und Wundheilung: Pantothensäure, die aus Panthenol gebildet wird, spielt eine zentrale Rolle im Stoffwechsel der Hautzellen, insbesondere als Bestandteil des Coenzyms A. Es ist an der Synthese von Lipiden beteiligt, die für den Aufbau der Hautbarriere entscheidend sind. Eine intakte Hautbarriere schützt die Haut vor äußeren Einflüssen und hilft, Feuchtigkeit in der Haut zu halten. Darüber hinaus unterstützt Pantothensäure die Wundheilung, indem sie den Hautzellen (Keratinozyten) ermöglicht, zur Wundstelle zu migrieren und das Gewebe zu regenerieren.
  • Feuchtigkeit: Panthenol selbst bindet Feuchtigkeit in der Haut, was sie flexibler und widerstandsfähiger macht. Gleichzeitig stärkt es die Hautbarriere und reduziert den Feuchtigkeitsverlust (transepidermaler Wasserverlust, TEWL).
  • Schutz von Haut und Haaren: Panthenol schützt sowohl die Haut als auch die Haare. Es beruhigt die Haut, lindert Entzündungen und unterstützt die Zellregeneration. Zudem macht es die Haare geschmeidiger und legt einen schützenden Film um jedes Haar, der vor schädlichen Einflüssen bewahrt. Dadurch wirkt das Haar gesünder, glänzender und widerstandsfähiger. Zudem fördert es das Haarwachstum und stärkt die Haarstruktur.

Kann Panthenol schädlich sein?

Grundsätzlich gilt in der Medizin: Sag niemals nie. Doch bei Panthenol, einem Wirkstoff, der seit fast acht Jahrzehnten erfolgreich verwendet wird, ist es sehr unwahrscheinlich, dass es zu unerwünschten Nebenwirkungen oder Hautreaktionen kommt. Bis heute konnten Studien im Zusammenhang mit Panthenol kaum Allergien feststellen. Im Gegenteil: zahlreiche Untersuchungen belegen, dass Panthenol die Bildung neuer Hautzellen beschleunigen und dadurch die Wundheilungszeit verkürzen kann.

Darüber hinaus wird Panthenol als nicht-komedogen eingestuft – es verstopft die Poren nicht und führt somit weder zu Akne noch zu Mitessern. Daher gehört Panthenol zu jenen Inhaltsstoffen, die für alle Hauttypen geeignet sind. Wer jedoch unsicher ist, sollte sich vor der Verwendung eines neuen Produktes mit Panthenol in einer Apotheke oder vom Dermatolog:in beraten lassen.

Gibt es Inhaltsstoffe die ähnlich wirken wie Panthenol?

Gibt es Inhaltsstoffe die ähnlich wirken wie Panthenol?

Ja, es gibt einige Inhaltsstoffe, die wie Panthenol die natürliche Hautbarriere stärken, Feuchtigkeit spenden, die Haut beruhigen und die Wundheilung unterstützen können.

Dazu gehören z. B.:

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Quellen
  1. Crous C, Pretorius J, Petzer A. Overview of popular cosmeceuticals in dermatology. Skin Health Dis. 2024 Feb 7;4(2):e340. doi: 10.1002/ski2.340. PMID: 38577050; PMCID: PMC10988741.
  2. Proksch E, de Bony R, Trapp S, Boudon S. Topical use of dexpanthenol: a 70th anniversary article. J Dermatolog Treat. 2017 Dec;28(8):766-773. doi: 10.1080/09546634.2017.1325310. Epub 2017 May 14. PMID: 28503966.
  3. Ebner F, Heller A, Rippke F, Tausch I. Topical use of dexpanthenol in skin disorders. Am J Clin Dermatol. 2002;3(6):427-33. doi: 10.2165/00128071-200203060-00005. PMID: 12113650.
  4. Gorski J, Proksch E, Baron JM, Schmid D, Zhang L. Dexpanthenol in Wound Healing after Medical and Cosmetic Interventions (Postprocedure Wound Healing). Pharmaceuticals (Basel). 2020 Jun 29;13(7):138. doi: 10.3390/ph13070138. PMID: 32610604; PMCID: PMC7407203.
  5. Proksch E, Nissen HP. Dexpanthenol enhances skin barrier repair and reduces inflammation after sodium lauryl sulphate-induced irritation. J Dermatolog Treat. 2002 Dec;13(4):173-8. doi: 10.1080/09546630212345674. PMID: 19753737.

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Kai ist bereits seit 2016 in wissenschaftlichen Positionen in der Pharmaindustrie aktiv und seit 2020 Head of Medical Affairs bei der Klinge Pharma GmbH. Die Abteilung ist Ansprechpartner für alle medizinisch-wissenschaftlichen Fragestellungen zu den Produkten und Therapiebereichen und ständig im engen Austausch mit Ärzten, Apotheken, Redakteuren und Verbrauchern. Kai ist Diplom-Biologe und hat in Köln studiert.
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Dr. med. Antonia Dierks

Antonia ist Ärztin und war bereits in mehreren Kliniken tätig. In ihrer Ausbildung und klinischen Laufbahn hat sie unter anderem Erfahrung in der Dermatologie, Plastischen, Allgemein- und Viszeral Chirurgie gesammelt. Zusätzlich war sie als Medical Writerin tätig und unterstützte eine digitale Gesundheitsplattform im medizinischen Beirat. Seit 2024 ist sie Teil der Abteilung Medical Affairs bei der Klinge Pharma. Hier überprüft und verfasst sie unter anderem Inhalte für die Website, ist an der Neuentwicklung von Produkten beteiligt und arbeitet eng mit der Marketingabteilung zusammen.