Menschen, die unter Neurodermitis leiden, haben ein höheres Risiko für Nahrungsmittelallergien. Diese lösen eine chronische Entzündung im Körper aus, bei der das Immunsystem auf eigentlich harmlose Nährstoffe überaktiv reagiert.
Neurodermitis ist eine systemische Erkrankung, die nicht nur die Haut, sondern auch das gesamte Organsystem betrifft. Das Immunsystem spielt dabei eine entscheidende Rolle, indem es Krankheitserreger und Schadstoffe aus der Umwelt abwehrt. Bei Neurodermitis fällt die Abwehrreaktion bzw. der Entzündungsprozess auf körperfremde Stoffe, insbesondere auf Allergene, deutlich heftiger aus, was zu einer Entzündung (Ekzemläsionen) mit Hautrötungen, Ekzemen und starkem Juckreiz führt. So sollen die Schadstoffe mitunter über die Haut ausgeschieden werden.
Die Entzündung wird durch die Aktivierung von Immunzellen (vor allem Th2-Zellen und IgE-Antikörpern) und spezifischen Entzündungsstoffen (Zytokinen) aufrechterhalten, selbst wenn die auslösenden Substanzen erfolgreich abgewehrt wurden. Die Besonderheit bei Neurodermitis ist also, dass die Entzündungsreaktion auch dann anhält, wenn der eigentliche Auslöser schon gar nicht mehr im Körper ist bzw. nicht mehr in Kontakt mit der Haut steht.
Die Symptome sind also die Folge eines überaktiven Immunsystems. Mögliche Trigger in der Ernährung zu identifizieren und so gut es geht zu vermeiden, spielt somit eine wichtige Rolle, um eine überaktive Antwort des Immunsystems vorzubeugen.7 Hierbei unterscheidet man in vier verschiedene Typen von Lebensmittelallergien, die bei dem atopischen Ekzem eine Rolle spielen.8
- IgE-vermittelte Allergien
- Nicht-IgE-vermittelte Allergien
- Kreuzaktive Allergien
- Verzögerte Nahrungsmittelüberempfindlichkeit
Diese Allergien sind gemeint, wenn man von einer Lebensmittelallergie im klassischen Sinne spricht. Von ihnen abzugrenzen sind die sogenannten Pseudoallergien.
Jedoch leidet nur etwa ein Drittel der Kinder mit Neurodermitis überhaupt an einer IgE- oder T-Zellen-Reaktion, also an einer solchen Nahrungsmittelallergie.9,10 Fast alle dieser Allergien, nämlich rund 80 %, werden zudem von einer sehr kleinen Gruppe an Nahrungsmitteln ausgelöst, im Kleinkindalter vor allem durch Kuhmilcheiweiß und Hühnereier.11 Je nach Alter kann der Anteil der einzelnen Nahrungsmittel variieren, wie die folgende Tabelle zeigt.12