Falls Du an Handekzemen leidest, kann eine weitere Erkrankung daran beteiligt sein, welche durch eine Neurodermitis zusätzlich begünstigt wird; die Berufsdermatose.
Als Berufsdermatosen werden Hautleiden bezeichnet, deren Entstehung mit Stoffen und Toxinen zusammenhängt, denen die Haut, insbesondere die Hände, in bestimmten Berufen regelmäßig ausgesetzt sind. Häufig sind es Mehle oder Inhaltsstoffe, die zum Beispiel bei der Herstellung von Gummi oder Desinfektionsmitteln verwendet werden. Arbeitest Du viel sitzend im Büro, kann Dein Risiko für Rückenbeschwerden deutlich steigen. Bäcker (aufgrund von Mehl), Reinigungskräfte und Menschen in Gesundheitsberufen, etwa in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Arztpraxen, haben hingegen ein deutlich erhöhtes Risiko für Berufsdermatosen. In Gesundheitsberufen ist das häufige Waschen und Desinfizieren der Hände der primäre Risikofaktor.
Ähnliches gilt für Friseure, Gärtner und Maler, die häufig in Kontakt mit potenziellen Reizstoffen für Kontaktallergien kommen, insbesondere mit Konservierungsmitteln, sowie Farb- und Duftstoffen in Pflegeprodukten, Dünger, Wandfarbe oder Holzschutzmitteln.
Viele andere Handwerksberufe, in denen mit Kunststoff, Holz, Metall oder anderen Rohstoffen gearbeitet wird, weisen zusätzlich ein Risiko für Hautkrankheiten auf. Je nach Allergie und Kontaktmittel können verschiedene Hautprobleme auftreten. Oft entstehen irritativ toxische Ekzeme, also das allergische Kontaktekzem, oder die Nesselsucht. Gleichzeitig ist das Risiko für akute Schübe bei Menschen mit Neurodermitis an den Händen in diesen Berufen deutlich erhöht.
Von einer Berufskrankheit spricht man, wenn die Berufsdermatose dazu führt, dass der Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann.3 Beruflich bedingte Hauterkrankungen sind, dem Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) nach, übrigens die häufigsten Berufserkrankungen. Erst eine Änderung der Sozialgesetzgebung, die am 1. Januar 2021 in Kraft getreten ist, hat dazu geführt, dass dieser sogenannte Unterlassungszwang bei Berufskrankheiten nicht mehr gilt. Betroffene können nun weiterhin ihren Beruf ausüben, und ihr Krankheitsbild wird gleichzeitig als Berufskrankheit anerkannt.4 Mögliche Auslöser einer Berufsdermatose im Überblick:
- Chemische Substanzen wie Schmieröl, Desinfektionsmittel, Benzin oder Industrieseife
- Allergene wie Nickel, Chrom, Kobalt, Harzen, Latex, Konservierungsmitteln, Farbstoffen und Duftstoffen
- Häufiger Kontakt mit Wasser oder einem allgemein feuchten Milieu
- Zu wenig Schutz gegen Austrocknung und/oder Kälte
Duftstoffe & Parfüm z. B. Limonen, Linalool, Coumarin, Citral, Geraniol, Citronellol, Eugenol, Isoeugenol Cinnamal Benzylalkohol, Farnesol, Hexyl cinnamal, Amyl cinnamal, Evernia prunastri (Baummoos), Hydroxyisohexyl 3-cyclohexen carboxaldehyd („HICC“) Farbstoffe z. B. Tartrazin (E102), Chinolingelb (E104), Azorubin (E122), Ponceau 4R (E124), Allurarot AC (E129) Konservierungsmittel z. B. Parabene (z. B. Methylparaben, Propylparaben) Formaldehyd und Formaldehydabspalter (z. B. Diazolidinylharnstoff, Imidazolidinylharnstoff) Reinigungsmittel z. B. Sodiumlaurylsulfat (SLS), Natriumlaurethsulfat (SLES), Benzalkoniumchlorid, Ammoniak, Essigsäure Lösungsmittel z. B. Benzin, Aceton, Toluol, Ethylacetat, Methylenchlorid