Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die für Betroffene oft mit Juckreiz, chronisch trockener und rissiger Haut sowie Rötungen einhergeht. Mit der Zeit verändert sich die Haut und sie verdickt, wodurch tiefe Furchen entstehen (Lichenifikation).
Während akuter Phasen, sogenannten Schüben, intensivieren sich die Symptome, zunächst vor allem der Juckreiz, der in der Nacht noch zunimmt, wodurch der sogenannte Juckreiz-Kratz-Teufelskreis in Gang gesetzt wird. Durch das Kratzen entstehen viele kleine Verletzungen auf der Haut. Da die Neurodermitis ohnehin schon die Hautbarriere schwächt, die uns normalerweise vor Umwelteinflüssen wie Reizstoffen, Dreck, Krankheitserregern und Keimen schützt, wird diese durch das Kratzen noch zusätzlich angegriffen. Während eines Schubs haben es Krankheitserreger und Allergene so besonders leicht, sich auf der Haut anzusiedeln und in den Körper einzudringen.
Ein Problem, da die Neurodermitis zu den atopischen Erkrankungen gehört, die mit einer erhöhten Veranlagung für empfindliche Überreaktionen des Immunsystems auf eigentlich harmlose Reizstoffe und Umweltfaktoren wie UV-Strahlung oder Luftverschmutzung einhergehen, die nun in umso größerer Zahl die Hautbarriere durchdringen. Dadurch beginnt ein Entzündungsprozess, der dann zu den typischen Symptomen eines akuten Schubs führt, wie etwa den atopischen Ekzemen.
Die Haut von Neurodermitis-Patienten, welche in schubfreien Phasen vor allem trocken und rissig ist, kann während eines Schubs nässen. Das ist die Folge von Entzündungen und aufgekratzter Haut. Außerdem bilden sich teilweise auch kleine Bläschen, die aufplatzen und zu nässenden Wunden werden. Die Entzündungen führen auch zu Schwellungen und Rötungen. In nässenden und aufgekratzten Wunden fühlen sich Keime besonders wohl, wodurch im schlimmsten Fall sogenannte Sekundärinfektionen durch Pilze und/oder Bakterien wie Staphylococcus aureus entstehen. Auch Viren können die aufgeweichte und stark geschwächte Hautbarriere leichter durchdringen, wie etwa das Herpes-Virus, was sich durch Symptome wie (Dell)Warzen bemerkbar macht, während bakterielle Infektionen eher zur sogenannten "Honigkruste" führen, einem gold-gelbem Schorf auf der infizierten Haut.
Die sogenannten atopischen Ekzeme können auch an den Augen auftreten und dort für Betroffene sehr belastend sein. Unsere Augen sind ein sensibles und wichtiges Sinnesorgan. Neurodermitis in diesem Bereich kann nicht nur unangenehm sein, sondern auch die Sicht beeinträchtigen und in seltenen Fällen zu weiteren Komplikationen führen. Auch kann das Augenlid-Ekzem, fachsprachlich auch Lidekzem oder Liddermatitis genannt, aufgrund einer Kontaktallergie entstehen. Zudem leiden viele Menschen an den Folgen der Neurodermitis und die Lebensqualität ist erheblich beeinträchtigt.1 Später bilden die betroffenen Hautpartien dann Schuppen und Krusten. Klingt der Schub wieder ab, was mal wenige Tage, aber auch Wochen und Monate dauern kann, trägt die Haut in der schubfreien Phase Folgen davon. An den stark betroffenen Hautpartien reagiert sie unter anderem mit Verdickung auf die starke Belastung durch die Schübe. Für Neurodermitis-Patienten ist es deshalb entscheidend, dass sie zum einen die individuellen Trigger wie Allergene und Reizstoffe identifizieren, die bei ihnen zu Schüben führen und zum anderen eine tägliche Basispflege anwenden, um die Hautbarriere in schubfreien Phasen zu stärken und so die Häufigkeit und Ausprägung von Schüben zu reduzieren. Da die Haut im Bereich der Augen schon bei gesunden Menschen sehr dünn ist, können die Symptome einer Neurodermitis hier umso unangenehmer sein. Dadurch gibt es hier auch besondere Pflegetipps zu berücksichtigen, die sich von denen der Basispflege und der Behandlung einer Neurodermitis an anderen Körperpartien wie Händen oder Füßen unterscheiden.