- Die Basispflege/Basistherapie
- Die Vermeidung der Auslöser akuter Schübe (Karenzen)
- Die medikamentöse Behandlung bei akuten Schüben und schwerer Neurodermitis
- Die Linderung des Juckreizes
Manchmal kann es schwierig sein, mit den Symptomen von
Neurodermitis umzugehen. Der Juckreiz, die Rötungen und Schuppenbildung können sehr belastend sein und den Alltag beeinträchtigen. Ebenso wie die tägliche Hautpflegeroutine und die Karenzen gegenüber diversen Triggern akuter Schübe. Auch aufwendigere Behandlungsmethoden wie die Phototherapie (Lichttherapie mit UV-Strahlen), die mehrere Arztbesuche pro Woche und eine aufwendige Hautpflege nach der Behandlung erfordert, kosten viel Zeit und sind nicht immer leicht mit dem Alltag zu vereinbaren. Selbst die Auswahl der richtigen Cremes, Lotionen und Salben, sowohl für die Basispflege als auch während eines akuten Schubs, nimmt oft einige Zeit in Anspruch. Denn welche Wirkstoffe die Hautpflegeroutine bei Neurodermitis am besten unterstützen und Ekzeme, Juckreiz, Schwellungen und Rötungen lindern, hängt stark von den individuellen Symptomen, ihrer Ausprägung und ihren Auslösern (Triggern) ab.
Unter Eltern von betroffenen Kindern und auch unter erwachsenen Patienten ist es immer wieder Thema, warum eine Creme bei dem einen Patienten wirkt und bei einem anderen nicht. Dabei wird häufig der Fehler gemacht, dass Hautpflegeprodukte auf bloße Empfehlung gekauft werden, ohne dabei die individuellen Unterschiede zwischen Betroffenen zu berücksichtigen, insbesondere bezüglich der Symptome und Auslöser ihrer Schübe. Ein weiteres Problem: Cremes und Lotionen, die während schubfreier Phasen helfen, neuen Schüben vorzubeugen, indem sie die Hautbarriere stärken (Basispflege), sind nicht automatisch für die Hautpflege während akuter Schübe geeignet. So kann es zum Beispiel notwendig sein, von einer stark rückfettenden Creme oder Salbe, die ideal zur Pflege der chronisch trockenen Haut in schubfreien und subakuten Phasen ist, während eines Schubs, der oft mit Entzündungen einhergeht, auf eine Lotion mit hohem Wasseranteil umzusteigen. Hier gilt die Faustregel "Fett auf trocken und nass auf nass.". Bei besonders starken Schüben mit nässenden Hautpartien, Entzündungen und etwaigen Sekundärinfektionen, kann es zudem für begrenzte Zeit erforderlich sein, Cremes mit Kortison (topische/äußerliche Anwendung), oder sogar systemische (innerliche) Therapien mit Medikamenten vorzunehmen. Die reine Basispflege, die zum Ziel hat, die Häufigkeit und Dauer solcher Schübe zu reduzieren, während einer akuten Phase ohne Anpassungen einfach fortzusetzen, reicht oft nicht aus. Und genau daraus kann dann die Fehleinschätzung resultieren, dass ein Hautpflegeprodukt nicht hilft.
Deshalb musst Du unbedingt wissen: Eine Verbesserung des Beschwerdebildes ist durchaus möglich. Aber das Finden der optimalen Hautpflegeroutine kann etwas dauern und erfordert Disziplin bei Betroffenen und Angehörigen. Das Dranbleiben lohnt sich aber und es ist entscheidend, um Komplikationen wie bakteriellen Superinfektionen mit Staphylococcus aureus vorzubeugen, die Intensität der Schübe zu lindern und ihre Dauer zu verkürzen.
Denn genau diese Schübe sind es, die zu den ausgeprägten Rötungen, intensivem Juckreiz, Schwellungen und weiteren Hautveränderungen führen, unter denen die Patienten so leiden. Sie wirken sich auch sehr stark auf die Psyche und den empfundenen Stress der Betroffenen aus. Insbesondere dann, wenn die Ekzeme an sichtbaren Stellen wie dem Gesicht, zum Beispiel das Augenlidekzem, oder den Händen auftreten. Im Sommer sind auch sichtbare Kratzspuren und die sehr trockene Haut der Knie und der Armbeugen sichtbar, wenn die Betroffenen kurze Kleidung tragen. Zusätzlich ist der Juckreiz ist eine enorme Belastung. Da er während der Nacht zunimmt, kann er zusätzlich zu Schlafstörungen führen, die sich wiederum negativ auf Psyche und Stress auswirken. Die Behandlung der Neurodermitis ist deshalb entscheidend, um die Lebensqualität der Patienten entscheidend zu verbessern. Denn auch wenn die Erkrankung nicht vollständig heilbar ist, kann eine gezielte Therapie der Schübe diese stark abmildern und eine konsequente Basispflege in schubfreien Phasen kann neuen Schüben effektiv vorbeugen.
Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die helfen können, die Hautbarriere zu stärken, den Juckreiz zu lindern und trockener Haut Feuchtigkeit zu spenden. Auch während akuter Schübe kann heutzutage eine Menge erreicht werden, um die starken Beschwerden schnell zu lindern, Entzündungen einzudämmen und Komplikationen wie Sekundärinfektionen der Haut zu verhindern. Es stehen zusätzlich verschiedene Medikamente, auch abseits von Kortison, zur Verfügung, um eventuelle Komplikationen wie Hautinfektionen mit Pilzen und Bakterien zu behandeln. Ebenso gibt es einige Tipps, die während einer akuten Phase der Neurodermitis helfen können, den Kreislauf aus Juckreiz, Kratzen und Hautverletzungen zu durchbrechen, der ansonsten zu einer Aufwärtsspirale der Symptome führt.
Zwar ist Neurodermitis keine heilbare Erkrankung, aber die Anzeichen können gelindert und die symptom- und schubfreien Phasen verlängert werden. Allerdings kann es auch vorkommen, dass Symptome und neue Schübe immer wieder auch in kurzen Abständen auftreten, insbesondere wenn man die falsche Pflege verwendet oder anderen Triggern akuter Schübe ausgesetzt ist. Zudem neigt die Haut ein Leben lang zur Trockenheit und Irritationen, auch wenn schon seit Jahren keine Neurodermitis-Schübe mehr aufgetreten sind. Die Basispflege und Vermeidungsstrategien bezüglich identifizierter Umwelteinflüsse und Allergene, sollten deshalb ein Leben lang angewendet werden.
Es ist wichtig, dass Neurodermitis-Patienten sich regelmäßig von einem Arzt oder Hauttherapeuten betreuen lassen, um die Symptome zu beobachten, im Griff zu halten und in Remission zu bringen.