Interview Dr. Suzan Stürmer KI Hautanalyse
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Im Gespräch mit unseren Expert:innen

Mit der KI-Hautanalyse behältst Du Deine Hautgesundheit im Blick

Hautärztin Dr. Suzan Stürmer gründete 2023 in Berlin mit zwei weiteren Experten das Start-up Thea Care. Gemeinsam entwickeln sie KI-basierte Softwarelösungen für die Gesundheits- und Kosmetikbranche.. Ihre innovative KI-Hautanalyse hat uns sofort überzeugt. Seit 2024 ist sie auch über unsere Physiogel Website verfügbar. Künstliche Intelligenz (KI) ist eine Technologie, die es Computern ermöglicht, aus Daten zu lernen und Aufgaben zu erledigen, die normalerweise menschliches Denken erfordern – z.B. kann sie in der Medizin Röntgenbilder oder MRT-Aufnahmen analysieren, um schneller und präziser Auffälligkeiten zu erkennen. Warum Suzan großes Potential in KI für die Zukunft der Dermatologie und Hautpflege sieht, hat sie im Interview mit Digital Managerin Sina Dorminger erzählt.

Sina: Liebe Suzan, vielen Dank, dass Du Dir Zeit für dieses Gespräch nimmst. Du bist seit vielen Jahren Hautärztin und hast außerdem mit Deinem Unternehmen Thea Care die KI-Hautanalyse entwickelt, die auch die Besucher:innen unserer Website nutzen können. Magst du mal erzählen, warum Du Dich nach Deinem Medizinstudium für die Dermatologie entschieden hast?


Suzan: „Ja, sehr gern. Danke für die Einladung. Nachdem ich 1,5 Jahre in der Kardiologie tätig war, gab es für mich zwei entscheidende Punkte, warum ich mich schließlich für die Dermatologie entschieden habe. Zum einen ist die enorme Bandbreite des Fachs faszinierend – von chronisch entzündlichen Erkrankungen über Tumorerkrankungen und Allergologie bis hin zu Venenleiden, Geschlechtskrankheiten und Ästhetik, um nur einige zu nennen. Zum anderen finde ich es besonders spannend, dass man in der Dermatologie oft keine komplexen Hilfsmittel benötigt. Ein Blick reicht häufig aus, um die richtige Diagnose zu stellen. Und nachdem ich eine Therapie gewählt habe, sind die unmittelbaren Erfolge sowohl für mich als auch für die Patient:innen schon bald direkt sichtbar.“


Sina: Du erkennst viele Erkrankungen mit bloßem Auge und siehst ziemlich schnell, wenn eine Therapie anschlägt.


Suzan: „Ja, die Dermatologie ist ein visuelles Fachgebiet. Und da lag es für mich auf der Hand, hier Künstliche Intelligenz, also KI zu nutzen. Sie ist für das Visuelle, eben für die Analyse von Bildern, besonders gut geeignet. Die Chance, mit einer maßgeschneiderten KI die Patientenversorgung, die Diagnostik als auch die Wahrnehmung der Hautgesundheit zu verbessern, hat mich am meisten motiviert, bei Thea Care dieses Projekt umzusetzen.“


Sina: Gab es noch weitere Gründe?


Suzan: „Ja. Mir ist außerdem immer wieder aufgefallen, dass sehr, sehr viele Patient:innen so gut wie nichts über ihre Hautgesundheit wissen. Als ich noch Hautärztin am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität in München war, kamen täglich etwa 200 Patient:innen zu uns in die Hochschulambulanz. Tatsächlich fragten uns alle, welche Pflegeprodukte für sie am besten geeignet seien. Viele wussten nicht wirklich, wie Pflegeprodukte richtig angewendet werden und kaum jemand konnte sich im Marken-Dschungel zurechtfinden. Doch bevor man die richtigen Produkte auswählen kann, muss man zunächst verstehen, was die eigene Haut eigentlich braucht und welcher Hauttyp man ist. Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, in welchem Zustand sich die Haut gerade befindet und welche Bedürfnisse sie hat. Dieses Bewusstsein für die eigene Hautgesundheit fehlt vielen Menschen. Die Möglichkeit, mit einer KI genau dieses Bewusstsein und die Selbstständigkeit der Patient:innen zu fördern, hat mich zusätzlich motiviert.“


Sina: Es geht Dir also auch um Eigenverantwortung und Personalisierung?


Suzan: „Genau. Es geht um Prävention und Personalisierung, die ja in unserem Gesundheitssystem nach wie vor viel zu wenig stattfindet. Überspitzt gesagt, haben wir kein Gesundheits-, sondern ein Krankheitssystem. Wenn Du krank wirst, gehst Du zum Arzt, wirst behandelt und wieder gesund. Aber mit der KI-Hautanalyse können wir die Hautgesundheit fördern, bevor Hautkrankheiten entstehen. Denn wenn ich dank der KI genauer weiß, welche Pflege meine Haut braucht, kann ich gezielter vorbeugen.“


Sina: Passieren bei der Hautpflege mehr Fehler, wenn Menschen das nicht so genau wissen?


Suzan: „Ja, da kann man wirklich viel falsch machen. Eine eher fettige Haut braucht zum Beispiel ganz andere Pflegeprodukte und Wirkstoffe als trockene Haut. Hier sind die Wirkstoffe aber auch die Galenik also die Beschaffenheit des Produkts ausschlaggebend. Wenn du z.B fettige Haut mit einer sehr reichhaltigen Pflege eincremst, die zusätzlich die Poren verstopft, kannst du leicht noch unreine Haut bekommen und bist unzufrieden mit dem Produkt. Dabei ist das Pflegeprodukt eigentlich nicht das Problem. Eine falsche Kaufentscheidung wurde getroffen, weil man zu diesem Zeitpunkt zu wenig über den eigenen Hautzustand wusste. Mit der KI-Hautanalyse kann ich meinen Hauttyp bequem zuhause objektiv bestimmen lassen. Und zusätzlich bekomme ich von der KI personalisierte Produktempfehlungen, die genau auf meinen Hauttyp abgestimmt sind.“


Sina: Wir bieten mit der PHYSIOGEL® Calming Relief Anti-Rötungen Pflegeserie u.a. Produkte an, die speziell für eine zu Rosacea, Couperose und zu Rötungen neigende Haut entwickelt wurden. Wie kann die KI-Hautanalyse bei diesem Hautzustand konkret helfen?


Suzan: „Bei diesem Hautzustand kann die KI-Hautanalyse zum einen objektiv feststellen, ob im Gesicht Rötungen vorhanden sind und sie kann zum anderen den Schweregrad der Rötungen einschätzen. Tatsächlich habe ich es schon bei einigen Anwender:innen erlebt, dass sie sehr überrascht waren, dass die KI bei ihnen Rötungen im Gesicht erkannte, die sie selbst noch gar nicht wahrgenommen hatten. Dann kann das Ergebnis der KI-Hautanalyse wie ein Weckruf wirken: Schau Dir das mal an. Wenn man aber wirklich an einer Rosazea leidet, empfehle ich zusätzlich eine Vorstellung beim Dermatologen.“


Sina: Die KI kann Laien also helfen, Rötungen im Gesicht früher zu erkennen.


Suzan: „Die KI hilft, Rötungen früher zu bemerken. Zudem erhältst du eine maßgeschneiderte Empfehlung für Produkte, die speziell zur Reduktion der Rötungen geeignet sind. Du wendest diese dann für 6-8 Wochen an und führst anschließend eine erneute KI-Hautanalyse durch. Deine Ergebnisse kannst du ganz einfach vergleichen und sehen, wie sich die Rötungen verändert haben. So erhältst du einen klaren Verlauf, der besonders Patient:innen mit Rosacea helfen kann.“


Sina: Menschen mit Rosacea können also ihren Heilungsverlauf mit der KI-Hautanalyse selbst kontrollieren?


Suzan: „Ganz genau. Du hast eine objektive Verlaufskontrolle, die du jederzeit durchführen kannst. Die KI-Hautanalyse ist immer online verfügbar, was bei Hautärzt:innen oft anders ist – da kann es sein, dass man erst in drei Monaten wieder einen Termin bekommt. Allerdings sollte ein Therapieplan und der Verlauf bei Rosacea immer von einer Dermatolog:in begleitet werden, da Rosacea potenziell auch sehr schwerwiegende Formen annehmen kann, wie beispielsweise eine Beteiligung der Augen. Die KI kann eine wertvolle Unterstützung bieten, ersetzt aber nicht die medizinische Betreuung durch Fachleute.“


Sina: Und vielen Ärzt:innen fehlt ja wahrscheinlich auch die Zeit für eine so intensive Beratung, weil sie so viele Patient:innen haben, oder?


Suzan: „Ja, das ist eine weitere Herausforderung, die wir mit der KI-Hautanalyse adressieren. Auch mir fehlte für diese Beratung in der Klinik meist die Zeit. Außerdem richtet sich mein Blick als Hautärztin eher auf die Behandlung von Hauterkrankungen. Patient:innen in Sachen Hautpflege zu beraten, gehört ehrlicherweise gar nicht so richtig zur Ausbildung. Welche Galenik, Zusammensetzung oder Inhaltsstoffen sich für welchen Hauttyp eignen, das werden die meisten Hautärzt:innen wahrscheinlich noch wissen. Aber in diesem Marken- und Produkte-Dschungel sind auch sie oft aufgeschmissen. Jeder Hersteller verspricht das Beste und Tollste zu sein. Da den Überblick zu behalten, ist kaum möglich - für eine KI ist das hingegen kein Problem.“


Sina: Welche Einsatzgebiete für Künstliche Intelligenz siehst Du noch?


Suzan: „Wir haben mit einem relativ kleinen Bereich angefangen: Die KI-Hautanalyse unterstützt dabei, den eigenen Hauttyp zu erkennen, ein Bewusstsein für die eigene Hautgesundheit zu entwickeln und die passende Pflege für sich zu finden. Das erleichtert auch die Prävention und die Früherkennung von Hauterkrankungen.

Es gibt unfassbar viele Einsatzgebiete, spontan fallen mir drei ein: Erstens kann die KI die Dermatologie und das Gesundheitssystem insgesamt entlasten. Sie kann helfen, Prozesse zu optimieren und zu entbürokratisieren, was nicht nur Ärzt:innen, sondern auch das Praxispersonal entlastet. An einigen Stellen hat das bereits begonnen, aber ich sehe noch ein großes Potenzial für die Zukunft

Zweitens habe ich die große Hoffnung, dass KI die Diagnosestellung in vielen Bereichen verbessert und so potenziell lebensbedrohliche Erkrankungen früher erkannt werden können. Eine Haut-KI könnte zum Beispiel Hausärzt:innen auf dem Land bei der Erkennung von Hautkrankheiten, insbesondere schwarzem Hautkrebs, unterstützen. Das könnte auch dazu führen, dass weniger Patient:innen an Hautärzt:innen überwiesen werden müssen – eine Entlastung für Fachärzt:innen und gleichzeitig eine verbesserte Patientenversorgung auf dem Land“


Sina: Und das dritte Einsatzgebiet, das Du siehst?


Suzan: „Der dritte Bereich, den ich sehe, ist die kontinuierliche Begleitung von Patient:innen mit chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen wie Rosacea, Akne, Neurodermitis und Schuppenflechte. Gerade diese Patient:innen benötigen eine langfristige Betreuung und eine ausführliche, umfassende Beratung. Wenn sie eine KI-gestützte Anwendung hätten, die sie über ihre Hautgesundheit aufklärt, ihnen Tipps zur Ernährung gibt und passende Pflegeprodukte empfiehlt, könnte das sehr hilfreich sein. Zudem könnte die KI durch Habit-Tracking dabei helfen, Triggerfaktoren für Schübe zu identifizieren, wie etwa bestimmte Lebensmittel oder Stress. Diese Daten könnten genutzt werden, um präventive Maßnahmen zu ergreifen und den Verlauf der Krankheit besser zu steuern, was dazu beitragen würde, die Anzahl der Krankheitsschübe und den Schweregrad zu reduzieren

Die KI kommt mit voller Kraft in die Dermatologie und es ist klar, dass sie eine bedeutende Rolle spielen wird. Nur wenn wir als Dermatolog:innen frühzeitig mit ins Boot steigen und aktiv mitgestalten, können wir sicherstellen, dass die Ergebnisse sowohl für die Patient:innen als auch für uns als Ärzt:innen wirklich sinnvoll und hilfreich sind“


Sina: Liebe Suzan, vielen Dank für das Gespräch!


Hier geht es zum zweiten Teil des Interviews mit Dr. Suzan Stürmer

Unsere Cremes & Pflegeprodukte bei Rosacea

Calming Relief Anti-Rötungen Getönte Tagescreme LSF30
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PHYSIOGEL® Calming Relief Anti-Rötungen Getönte Tagescreme LSF30 für zu Rötungen, Couperose und Rosacea neigende Haut
Calming Relief Anti-Rötungen Mizellen Reinigungsschaum
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PHYSIOGEL® Calming Relief Anti-Rötungen - für zu Rötungen, Couperose und Rosacea neigende Haut
Calming Relief Anti-Rötungen Serum
Calming Relief Anti-Rötungen Serum
PHYSIOGEL® Calming Relief Anti-Rötungen- für zu Rötungen, Couperose und Rosacea neigende Haut
Calming Relief Anti-Rötungen Tagescreme LSF25
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PHYSIOGEL® Calming Relief Anti-Rötungen- für zu Rötungen, Couperose und Rosacea neigende Haut
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Inhaltsstoffe in PHYSIOGEL®
Ceramide
Ceramide bilden zwischen und mit den obersten Hautzellen eine natürliche Barriere, die die Haut vor dem Austrocknen und schädlichen Außeneinflüssen schützt.
Squalen
Squalen wird von der Talgdrüse produziert und ist Bestandteil des hauteigenen Lipid-Films, der die Hautfeuchtigkeit aufrechterhält und die Hautbarriere stärkt.
Glycerin
Glycerin gehört zu den natürlichen Feuchthaltefaktoren (NMF) in der Haut. Es kann Wasser anziehen, binden und so die natürliche Hautbarriere unterstützen.
Endothelyol®
Endothelyol® ist der innovative 5-in-1 Wirkkomplex in der Pflegeserie PHYSIOGEL® Calming Relief Anti-Rötungen, dessen Wirkung klinisch erwiesen ist.
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Kai ist bereits seit 2016 in wissenschaftlichen Positionen in der Pharmaindustrie aktiv und seit 2020 Head of Medical Affairs bei der Klinge Pharma GmbH. Die Abteilung ist Ansprechpartner für alle medizinisch-wissenschaftlichen Fragestellungen zu den Produkten und Therapiebereichen und ständig im engen Austausch mit Ärzten, Apotheken, Redakteuren und Verbrauchern. Kai ist Diplom-Biologe und hat in Köln studiert.
Inhaltlich geprüft von Dr. med. Antonia Dierks
Antonia ist Ärztin und war bereits in mehreren Kliniken tätig. In ihrer Ausbildung und klinischen Laufbahn hat sie unter anderem Erfahrung in der Dermatologie, Plastischen, Allgemein- und Viszeral Chirurgie gesammelt. Zusätzlich war sie als Medical Writerin tätig und unterstützte eine digitale Gesundheitsplattform im medizinischen Beirat. Seit 2024 ist sie Teil der Abteilung Medical Affairs bei der Klinge Pharma. Hier überprüft und verfasst sie unter anderem Inhalte für die Website, ist an der Neuentwicklung von Produkten beteiligt und arbeitet eng mit der Marketingabteilung zusammen.